Rekrutierung

Ziviler Ersatzdienst

Gewissenskonflikt?

Für vereinzelte Militärdiensttaugliche kann die Dienstleistung in der Armee mit unüberwindbaren Gewissenskonflikten verbunden sein. Für solche Fälle garantiert Art. 59 der Bundesverfassung seit 1996 eine Alternative:

«Jeder Schweizer ist verpflichtet, Militärdienst zu leisten. Das Gesetz sieht einen zivilen Ersatzdienst vor.»

Wer aus Gewissensgründen keinen Militärdienst leisten kann und bereit ist, den länger dauernden Zivildienst zu leisten, stellt ein Gesuch um Zulassung und benützt dafür E-ZIVI, das elektronische Dienstleistungsportal (www.ezivi.admin.ch). Auch für potentielle Gesuchsteller des Zivildienstes ist das Einrücken zur Rekrutierung zwingend. Der Zulassungsentscheid wird erst auf Grund der attestierten Militärdiensttauglichkeit gefällt.

Falls das Gesuch um Zulassung zum Zivildienst während einer höchstens vierwöchigen Militärdienstleistung eingereicht wurde, wird der Entscheid erst anschliessend eröffnet. Die angetretene Militärdienstleistung muss vollumfänglich erfüllt werden.

Einsatzbereiche

Für den zivilen Ersatzdienst kommen eine ganze Reihe von Einsatzgebieten in Frage. Dazu gehören unter anderem:

  • Gesundheitswesen (Spitäler, Altersheime, Pflegeheime etc.)
  • Sozialwesen
  • Kulturgütererhaltung
  • Umwelt- und Naturschutz
  • Landwirtschaft
  • Entwicklungszusammenarbeit oder Humanitäre Hilfe
  • Katastrophen und Notlagen
  • Schulwesen

Dauer

Der zivile Ersatzdienst ist in Bezug auf die beträchtlichen persönlichen Entbehrungen mit einer militärischen Dienstleistung nicht zu vergleichen. Deshalb beträgt die Dauer des zivilen Ersatzdienstes das 1,5-fache der üblichen militärischen Dienstpflicht.

Der Zivildienst kann in einem oder mehreren Einsätzen geleistet werden. Jeder Zivildienstpflichtige muss dabei einen «langen Einsatz» leisten. Dieser dauert 180 Tage, kann aber in zwei Teilen absolviert werden.

Finanzielles

Auch beim zivilen Ersatzdienst wird der Einsatz entschädigt. Dazu gehören:

  • Erwerbsausfall
  • Taschengeld (Sold)
  • Verpflegung
  • Unterkunft
  • Reisekosten

Wie beim Militärdienst ist auch beim Zivildienst Wehrpflichtersatz zu bezahlen, wenn nicht jährlich mindestens 26 Zivildiensttage geleistet werden.

Organisation

Die Organisation rund um den zivilen Ersatzdienst liegt in zivilen Händen.

Das Bundesamt für Zivildienst ZIVI ist die zuständige Behörde des Bundes für alle Belange des Zivildienstes. Die ZIVI besteht aus fünf Regionalzentren mit den Standorten Aarau (AG), Rüti (ZH), Thun (BE), Lausanne (VD) und Rivera (TI). Es verfügt über eine Zentralstelle in Thun und betreibt das Ausbildungszentrum des Zivildienstes in Schwarzsee (FR).

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Zivildienstes unter www.zivi.admin.ch.

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